Ganztagsgrundschule Uhlstädt

  • „Kindgemäße Entwicklung, kindgerechtes Lernen brauchen mehr Zeit, als an Schulen üblicherweise zur Verfügung steht, denn Schule ist mehr als Unterricht.“(„Handbuch Ganztagsschule“ St. Appel)

 

Amiens – die Stadt

“Venedig des Nordens” – wie viele Städt. schmücken sich mit diesem Prädikat. Auch Frankreich hat ein kleines Pendant zur weltberühmten Lagunenstadt: Amiens. Die Hauptstadt der Picardie. Das Altstadtviertel Saint-Leu wird von Kanälen durchzogen. Brücken verbinden die Straßenzüge mit den kleinen Fachwerk- und Backsteinhäusern.

Vor wenigen Jahrzehnten noch war Saint-Leu eine ausgesprochene Arme-Leute-Gegend und nach Jahren der Abwanderung gab es sogar Pläne, die Häuserzeilen mit den wenig komfortablen Wohnmöglichkeiten abzureißen. Zum Glück kam es nicht soweit. Kreative junge Menschen, viele Künstler und Studenten, entdeckten das Viertel für sich. Heute zeigt sich Saint-Leu so romantisch wie eh und je  – aber frisch herausgeputzt. Bänke säumen die Ufer der Kanäle. An jeder Ecke finden sich einladende Cafés und interessante kleine Geschäfte. Der Quai Bélu mit seinen malerischen Häusern und den hübschen, direkt am Kanal gelegenen Restaurants gehört zu den gefragtesten Adressen der Stadt. An schönen, warmen Tagen hat der Quai fast schon mediterranes Flair und unter den Sonnenschirmen trifft sich ein buntes, multikulturelles Publikum.

Die eigentliche Hauptattraktion der Stadt aber ist die alles überragende Kathedrale Notre Dame d’Amiens. Sie ist die größte Kirche Frankreichs und eines der ganz großen Meisterwerke mittelalterlicher Baukunst: Schon außen beeindrucken die kunstvoll gemeißelten Fassaden. Die ganze Erhabenheit dieses gotischen Gotteshauses aber spürt man, wenn man den Innenraum durchschreitet: Sagenhafte 145 Meter ist die Kirche lang. Die gelb-grünen Gewölbebögen krümmen sich in schwindelerregender Höhe –  41 Meter über dem kühlen Kirchenboden. In der Schatzkammer von Notre Dame d’Amiens wird der ein Schädel als Reliquie aufbewahrt. Angeblich handelt es sich dabei um den Kopf von Johannes dem Täufer.

Nur ein paar Schritte von der Kathedrale entfernt, in einem alten Haus aus dem 16. Jahrhundert, liegt die Galerie du Vitrail. Seit über 50 Jahren fertigt Glasmeister Claude Barre hier Kirchenfenster und andere gläserne Kunstwerke an. Auf eine Urkunde aus den 60er Jahren ist Monsieur Barre heute nochstolz – damals nämlich wurde ihm der Titel “Bester Handwerker Frankreichs” verliehen.

Will man das grüne Herz der Stadt erreichen, überquert man die alte Steinbrücke Pont du Cange zum Parc Saint Pierre. Der Park ist das Verbindungsstück zwischen dem alten Quartier Saint-Leu und den Hortillonnages, den schwimmenden Gärten von Amiens. Rund 300 Hektar Gartenland werden hier von den Flüsschen Somme und Avre bewässert. Eine Vielzahl von Kanälen zieht sich durch das Areal. Schon die Römer hatten an dieser Stelle Gärten angelegen lassen, um ihre Heere mit frischem Gemüse zu versorgen. Anfang des 20. Jahrhunderts bauten noch rund tausend Gemüsebauern in den Hortillonages Zwiebeln, Möhren, Artischoken und Tomaten an. Die Märkte der Umgebung wurden von ihnen direkt auf dem Wasserweg beliefert. Selbst Paris steuerten sie mit ihren Gemüsekähnen an.

Heute ist nur noch rund ein Dutzend Gemüsebauern in den Hortillonages tätig. Jeden Samstag verkaufen sie ihre Waren auf dem traditionellen Wassermarkt am Quai Parmentier. Alles unter dem Ökosiegel. Denn Kunstdünger und Chemie waren in den Hortillonages niemals erforderlich. Die meisten Freizeitgärtner haben aus ihrem Garten inzwischen aber doch lieber prächtige Blumeninsel gemacht. . Besucher können auf kleinen Pfaden durch die wasserreiche Gartenlandschaft wandern. Andere Variante: man nimmt in einer der romantischen Holzbarken Platz und lässt sich durch das Labyrinth der von Trauerweiden gesäumten Wasserstraßen staken.

Früh morgens um neun öffnet das Geschäft von Jean Trogneus. Dort werden köstliche Kleinigkeiten angeboten: “Macarons d’ Amiens” zum Beispiel – feines Schoko-Mandel-Gebäck. Später am Tag könnte ein Besuch bei Jules Verne auf dem Programm stehen. Der Schriftsteller ist auf dem Friedhof Cimetiere La Madeleine begraben. Einen Überblick über  sein Werk verschafft man sich im Musee de Picardie. Dort gibt es ein Dokumentationszentrum für den französischen Erfolgsautor. Der stammte zwar ursprünglich aus Nantes. Doch nachdem er eine Frau aus Amiens geheiratet hatte, entschied sich Verne, für viele Jahre in dem schönen Städtchen an der Somme zu bleiben.

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