Ganztagsgrundschule Uhlstädt

  • „Kindgemäße Entwicklung, kindgerechtes Lernen brauchen mehr Zeit, als an Schulen üblicherweise zur Verfügung steht, denn Schule ist mehr als Unterricht.“(„Handbuch Ganztagsschule“ St. Appel)

 

Landeselterntag Thüringen 29. Mai 2010 in Bad Berka Im Thüringen Journal

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Erfurt/Bad Berka. Gemeinschaftsschule, Oberschule, Pilotprojekte – die Thüringer Schullandschaft ist in Bewegung.
Und die Eltern sind zunehmend verwirrt, was da auf sie und ihre Kinder zukommt. Kein Wunder, dass das Thema Verlässlichkeit in der Bildungspolitik ganz oben steht, wenn sich die Elternvertreter der Thüringer Schulen am morgigen Sonnabend in Bad Berka zu ihrer Jahreskonferenz treffen. Kultusminister Christoph Matschie muss sich auf  eine heiße Fragerunde gefasst machen. „Wir erwarten von ihm konkrete Antworten, wie es mit der Thüringer  Bildungspolitik weitergeht“, sagt Peggy Katzer, die stellvertretende  Landeselternsprecherin.

Denn eins ist klar: „Unsere Kinder sollen keine Versuchskaninchen sein“, unterstreicht Katzer. Deshalb erwartet sie mehr und konkretere Informationen zu Matschies Lieblingsthema, der Thüringer Gemeinschaftsschule. Eine Pilotphase soll im nächsten Jahr  starten, bevor dann die Gemeinschaftsschule sich endgültig etabliert.

Längeres gemeinsames Lernen hat sich die SPD für die künftige Schulentwicklung in Thüringen auf ihre Fahnen geschrieben. Dass das mit dem Koalitionspartner CDU nicht so leicht durchzusetzen war, wusste Matschie auch schon zu Beginn der Koalitionsverhandlungen im vergangenen Jahr. „Bildungspolitik soll nicht von parteipolitischen Mehrheiten abhängig sein“, unterstreicht Katzer mit Vehemenz ihren Standpunkt. Wichtig seien sehr gute und tragfähige Konzepte. Und da will man Matschie auf den Zahn fühlen.  Denn für die Eltern sind viele Fragen noch ungeklärt. Dazu gehört auch, wie künftig die Kooperation  beispielsweise zwischen Gemeinschaftsschulen, Grundschulen und Gymnasien laufen soll. „Unsere Befürchtung ist,  dass man die Schulen zur Kooperation verdammt, obwohl vielleicht die inhaltlichen Konzepte überhaupt nicht  zueinander passen“, so Katzer.

Aber nicht nur der Umbruch in der Schullandschaft bewegt die Eltern derzeit. Reformpädagogische Ansätze, die Forderung nach einer verstärkten integrativen Bildung – all das kann nur funktionieren, wenn auch die infrastrukturellen Voraussetzungen an den Schulen vorhanden sind. Oft aber fehlen entweder die entsprechenden Räumlichkeiten oder aber das Personal. Die Einstellung von Sozialpädagogen oder anderem Fachpersonal steht deshalb bei der Landeselternvertretung ebenfalls ganz oben auf der Themenliste. Nur so könne Integration gelingen, unterstreicht Katzer. Eine weitere Forderung, die die Elternvertreter gegenüber  Matschie aufmachen wollen: In Thüringen sollen die Schulbezirke aufgehoben werden. Und zwar für alle Schularten, nicht nur für die neue Gemeinschaftsschule, wie es offenbar derzeit geplant ist. Die Eltern erwarten, dass das Land die Beförderungskosten zu jeder von den Eltern gewünschten Schule übernimmt, unabhängig von  den Schuleinzugsbereichen.

Vehement wollen sich die Eltern auch gegen ein anderes Vorhaben des  Bildungsministeriums zur Wehr setzen. Dort wird nach Informationen der Landeselternvertretung offenbar geplant, die in Thüringen  geltende Lernmittelfreiheitzumindest in einem Fall auszuhebeln. Dabei handelt es sich um die  Einführung von so genannten CAS-Rechnern. Das sind programmierbare Taschenrechner, die ab der Klassenstufe neun  im Unterricht eingesetzt werden sollen und mit denen die Schülerinnen und Schüler auch einen Teil der Abituraufgaben bewältigen  können. Nach Informationen der Landeselternvertretung wurden in der Zwischenzeit bereits Schulen in Thüringen angeschrieben und darauf vorbereitet, dass für die künftigen neunten Klassen  entsprechende Rechner-Schulsätze gekauft werden sollten. 120 bis 150 Euro kosten die Geräte, für die Eltern, die das dann bezahlen müssen, sind das schon Summen, die ins Gewicht fallen. Katzer: „Wir haben uns nicht vor drei Jahren  landesweit die Lernmittelfreiheit erkämpft, um sie jetzt wieder abgenommen zu bekommen.“ Die Eltern sehen hier die Lernmittelfreiheit in Gefahr – Matschie wird antworten müssen.

Quelle: TLZ

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